Quiero olvidarme de ti

Quiero olvidarme de cada momento contigo. Quiero olvidarme como te conocí. Quiero olvidarme como me sonrías. Quiero olvidarme como me sacas tantas risas. Quiero olvidarme de todo. Quiero olvidarme de tu olor por la mañana. Quiero olvidarme como me miraste cada vez que nos acostábamos. Quiero olvidarme como me tocaste. Quiero olvidarme de tus abrazos, tus besos. Quiero olvidarme como charlábamos toda la noche. Quiero olvidarme de como se siente tu piel. Quiero olvidarme de tu expresión en la cara cuando tienes un orgasmo. Quiero olvidarme que formabas parte de mi. Quiero olvidarme que existes en ese mundo.

Quiero olvidarme de ti.

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Er sitzt am Strand. Seine Hände fühlen den weichen, fast weißen Sand. Sein Blick geht starr auf das Meer hinaus. 

Von außen betrachtet, wirkt sein Blick so verloren, ein wenig einsam, vielleicht gedankenverloren in Erinnerungen, die man nicht zurück holen kann. 

Langsam, mit Bedacht, aber seiner graziösen Bewegung, steht er auf. So wie er das immer macht. 

Man sieht ihm sein Alter nur an den Augen an, an dem weiten Blick, der soviel gesehen zu haben scheint. 

Sonst wirkt er auch heute noch jung, so wie immer. Und wenn er etwas verschmitzt grinst, wirkt er fast zu jung. So wie jetzt. Er grinst in sich selber hinein und man könnte meinen, er fand da doch noch eine, eine dieser verlorenen Erinnerung. 

Eine, an bessere Tage. 

Vorsichtig dreht er sich um und versucht sich zu orientieren. So wie er es immer macht mit Orten, die er nicht so gut kennt, dort, wo er nicht jeden Stein schon unter seinen Fußsohlen gespürt hat und ihm, danach beim zweiten oder dritten Male, einfach ausweichen kann. 

Er bahnt sich vorsichtig zurück seinen Weg. Dabei rempelt er aus Versehen einen jungen Mann an und kommt kurz ins Taumeln. 

Aber man spürt seine Verbindung zu seinem Körper, er fängt sich selbst wie eine Feder und weicht auf seine tänzelnde Art aus. 

Zurück, zu Haus angelangt, oder das, was nun sein zu Hause ist und auch einmal war, geht er mit federnden Schritten in die Küche. 

Hier kennt er jede Ecke. Hatte man ihm auch vorher kaum die Orientierungslosigkeit angesehen, hier spürt man sie endgültig nicht mehr. 

Er holt ein kleines Schneidebrett aus der Schublade und findet nach kurzem Absuchen mit der Hand über der Küchenzeile das Messer. 

Ein bisschen wie in Trance beginnt er das Gemüse zu zerkleinern, hier und da übersieht er ein bisschen Schale. 

Dabei grinst er noch immer so leicht verschmitzt. Aber schaut man genau hin, vermag man ein wenig Melancholie in diesem Grinsen zu sehen meinen. 

Heute ist es schon 6 Wochen her. 

Ändern.

Klar. Wir wissen alle nichts hält für immer.

Aber man denkt, mit zunehmendem Alter umso mehr, das die Dinge zählen.

Die Krisen, die man zusammen durchgestanden hat, all die guten und schlechten Momente, die man gemeinsam überstanden hat.

Man denkt, sie bedeuten etwas.

Nein.

Vielleicht nur, dass man damit doch irgendwie noch verbunden ist.

Aber Menschen ändern sich.

Wir haben uns gegenseitig die Hand gehalten, ich war für dich da, als du Hilfe gebraucht hast.

Und du für mich?

Jetzt würde ich dich gerne manchmal an deinen Haaren packen und sagen: “Sieh hin! Da sind wir!”

Während ich noch einmal Momente sehe, in denen wir zusammen gekämpft haben.

Wir haben zusammen gekämpft gegen die Ungerechtigkeit. Als du aufgeben wolltest, bin ich für dich in die Schlacht gezogen. Und du hinterher, weil du mich dann doch nicht alleine dort stehen lassen konntest.

Aber wir vergessen, dass Menschen sich ändern.

Menschen ändern sich.

Und leider, nicht alle zum Guten.

Sehen.

Der Park.
Sicher ein Park wie jeder andere.
Aber wir waren oft zusammen dort.
Deine Küche.
Nichts besonderes.
Aber du hast dort oft für mich gekocht.
Die U-Bahn.
Schreckliche Bahn.
Aber wir haben dort zusammen jedermanns Aufmerksamkeit auf uns gezogen.
Dieser Bahnhof.
Einfach nah zu deiner Wohnung.
Oft hast du mich da abgeholt.

Ich kann keinen dieser Orte mehr sehen.
Bin weit weg. Verloren.
Und ich frage mich:
Siehst du mich wenn du dort bist?

Manche sagen, wir verbinden Orte mit Menschen.
Aber ich bin hier, wo wir nie zusammen waren und ich sehe dich.
Jeden Tag.
Und dann spielt mein Gehirn mir Streiche und ich frage mich:
Siehst du mich vielleicht nicht?
Aus den Augen, aus dem Sinn?

Gestern noch. Da sahst du mich.
Deutlicher als jemals zuvor.
Wie könnte das also heute anders sein?
Frage ich mich und hoffe,
dass meine Angst nicht recht behält.

Was wäre wenn.

Wieder so ein Tag, der meine ganze Energie genommen hat,

soviel in meinem Kopf, dass so schwer ist, belastet.

Und wieder so viele Momente, alte Freunde gesehen,

ihr Leben, so viel Sicherheit, so viel Liebe.

Und dann ich, die nach all dem nie strebte,

und es auch immer noch nicht tut.

Ich warte auf ein Gefühl, dass ich all die Dinge auch will,

ich zweifel, verdamme meine Unsicherheit.

Diese Unstetigkeit, jeden Tag alles anders,

heute noch hier, und morgen schon dort,

keine Garantien.

Brauche ich die? Frage ich mich und meine Gedanken schweifen weiter,

zu einer vagen Vorstellung, einer Illusion, wie es sein könnte.

Hätte ich, wäre ich, woanders, alles anders gemacht.

Doch dann sehe ich mich, in der Sicherheit,

wonach so viele streben.

Und sie macht mir Angst.

Vielleicht noch mehr als die Unsicherheit,

ich denke, ich bin noch nicht bereit,

und mag sein, ich werde es nie sein.

Dann habe ich mein Schicksal gewählt,

aber ich kann doch eh nie mehr zurück.

All das hätte, wäre, könnte,

ja es HÄTTE mich vielleicht auch nicht glücklicher gemacht.

Zweifel

Ich habe jedem schon von meinem Glück erzählt,

ich schreie es jedem gerne ins Gesicht.

Ich werde nie müde zu betonen,

wie sehr mich meine Zukunft jetzt schon erfüllt.

Aber meine Zweifel, die behalte ich meist für mich.

Nachts, wenn ich wieder nicht schlafen kann,

kriechen sie an den Wänden herauf,

nähern sich mir unaufhörlich,

umschlingen mich, halten sich an mir fest,

und ich kann mich nicht einmal unter meiner Decke verstecken.

Wenn ich dann manchmal doch den Mut aufbringe,

Jemanden von meinen Verfolgern zu erzählen,

glaubt man mir nicht,

“Alles halb so schlimm, du bist stark,

keine Angst, wenn es Eine schafft, dann du”.

Und so versuche ich jede Nacht alleine zu überstehen,

weiterzumachen, bis zum Morgen durchzuhalten,

dusche den Angstschweiß im Morgengrauen ab,

Strecke mich, erhebe mein Haupt und geh weiter,

erzähle Jedem heute wieder von meinem Glück.

Ja tagsüber vergesse ich sie,

die Zweifel, die sich von meiner Schlaflosigkeit nähren,

mich umzingeln und an mir zerren,

und ich halte es aus und erwarte den Tag,

an dem sie mehr Respekt vor mir haben,

als ich vor ihnen.