Quiero olvidarme de ti

Quiero olvidarme de cada momento contigo. Quiero olvidarme como te conocí. Quiero olvidarme como me sonrías. Quiero olvidarme como me sacas tantas risas. Quiero olvidarme de todo. Quiero olvidarme de tu olor por la mañana. Quiero olvidarme como me miraste cada vez que nos acostábamos. Quiero olvidarme como me tocaste. Quiero olvidarme de tus abrazos, tus besos. Quiero olvidarme como charlábamos toda la noche. Quiero olvidarme de como se siente tu piel. Quiero olvidarme de tu expresión en la cara cuando tienes un orgasmo. Quiero olvidarme que formabas parte de mi. Quiero olvidarme que existes en ese mundo.

Quiero olvidarme de ti.

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Bedeutend unbedeutend.

Ich gehörte schon immer zu den Menschen, die daran geglaubt haben, dass unsere miteinander verwobenen Geschichten und Erlebnisse uns zusammenschweißen. Das sie uns irgendwie alle, unsichtbar, aneinander kleben.

Was wenn nicht das klassische “durch dick und dünn” sollte uns zusammenhalten…

Aber nun sitze ich hier und habe wieder meinen eigenen Glaubenssatz verloren, suche ihn, finde ihn nicht mehr, immer und immer wieder.

Zwischen dir und mir ging es um nicht viel weniger, als um ein würdiges Leben, wir haben gekämpft, Seite an Seite, und so oft einer aufgeben wollte, hat der Andere ihn wieder mitgezogen.

Ich weiß noch, dass mir immer unglaublich klar war, dass du einer der Menschen bist, dem Zusammenhalt etwas bedeutet. Verbindungen reißen nicht. Umso mehr hast du mir immer mehr dieses Gefühl verdeutlicht, wenn du mir von deiner Familie und Freunden erzähltest, so weit weg, so viele Jahre hattest du sie nicht gesehen. Und doch immer in Verbindung.

Als ich sie das erste Mal traf, wurde diese Verbindung umso deutlicher für mich.

Und mir war klar: Egal was zwischen uns jemals passiert, am Ende werden wir immer noch füreinander da sein.

Jetzt schaue ich aus dem Fenster und höre die Stimmen aus der Gasse, sie klingen so nah und sind doch so fern. So fern wie du. Dabei haben uns doch sonst Distanzen nie etwas anhaben können. Aber diese Distanz ist anders. Man kann sie nicht in Kilometern messen und auch nicht in Zeit, die man bräuchte um den Anderen zu erreichen. Diese Distanz bedeutet, dass alles jetzt nichts mehr bedeutet.

Das unsägliche Schweigen ist ihr Futter und sie nährt sich davon, die Distanz.

Und das Schlimmste ist, sie kam so plötzlich. Nichts ist passiert, auf einmal, da hast du dich, so aus meinem Leben geschlichen, nicht ohne mir kurz vorher noch zu versichern, dass ich zu den wenigen Menschen gehöre, die du nie bereut hast kennen gelernt zu haben. Und dann folgte die Stille.

Die Stille ist seitdem unsäglich laut angeschwollen und sie erzählt stumm jeden Tag:

Was du eben noch für bedeutsam hieltest, kann im nächsten Moment schon ganz unbedeutend sein.

6

Er sitzt am Strand. Seine Hände fühlen den weichen, fast weißen Sand. Sein Blick geht starr auf das Meer hinaus. 

Von außen betrachtet, wirkt sein Blick so verloren, ein wenig einsam, vielleicht gedankenverloren in Erinnerungen, die man nicht zurück holen kann. 

Langsam, mit Bedacht, aber seiner graziösen Bewegung, steht er auf. So wie er das immer macht. 

Man sieht ihm sein Alter nur an den Augen an, an dem weiten Blick, der soviel gesehen zu haben scheint. 

Sonst wirkt er auch heute noch jung, so wie immer. Und wenn er etwas verschmitzt grinst, wirkt er fast zu jung. So wie jetzt. Er grinst in sich selber hinein und man könnte meinen, er fand da doch noch eine, eine dieser verlorenen Erinnerung. 

Eine, an bessere Tage. 

Vorsichtig dreht er sich um und versucht sich zu orientieren. So wie er es immer macht mit Orten, die er nicht so gut kennt, dort, wo er nicht jeden Stein schon unter seinen Fußsohlen gespürt hat und ihm, danach beim zweiten oder dritten Male, einfach ausweichen kann. 

Er bahnt sich vorsichtig zurück seinen Weg. Dabei rempelt er aus Versehen einen jungen Mann an und kommt kurz ins Taumeln. 

Aber man spürt seine Verbindung zu seinem Körper, er fängt sich selbst wie eine Feder und weicht auf seine tänzelnde Art aus. 

Zurück, zu Haus angelangt, oder das, was nun sein zu Hause ist und auch einmal war, geht er mit federnden Schritten in die Küche. 

Hier kennt er jede Ecke. Hatte man ihm auch vorher kaum die Orientierungslosigkeit angesehen, hier spürt man sie endgültig nicht mehr. 

Er holt ein kleines Schneidebrett aus der Schublade und findet nach kurzem Absuchen mit der Hand über der Küchenzeile das Messer. 

Ein bisschen wie in Trance beginnt er das Gemüse zu zerkleinern, hier und da übersieht er ein bisschen Schale. 

Dabei grinst er noch immer so leicht verschmitzt. Aber schaut man genau hin, vermag man ein wenig Melancholie in diesem Grinsen zu sehen meinen. 

Heute ist es schon 6 Wochen her. 

Nicht auffindbar.

Es wär’ gelogen, das jetzt alles besser ist.

Es ist nicht besser, nur anders.

Man kann es so wunderbar verdrehen.

Du würdest mir aber eh nicht glauben.

Es ist so anders, da sind so viele Dinge die fehlen,

und so viele die vorher gefehlt haben.

Kann es drehen und wenden,

verschieben, herum gehen,

von allen Seiten betrachten.

Nein es ist nicht besser, aber du weißt,

schon so viel länger als ich,

hätte ich diesen Schritt nicht gemacht,

hätte ich das bereut, dir vorgeworfen,

aber vor allem mir selbst.

Das Paradoxe daran ist, dass ich nun auch bereue,

ihn gemacht zu haben.

Du schaust mich an uns sprichst es aus.

Glück fehlt hier, an diesem Ort.

Aber es hätte auch dort gefehlt,

wo wir waren, wo ich war.

Wir können diese beiden Punkte nicht verbinden,

Was hier jetzt fehlt, war in dem anderen vorhanden,

und was hier vorhanden, hatte dort gefehlt.

Vielleicht sind wir einfach nie zufrieden,

vielleicht lernen wir aber auch aus unseren Fehlern nicht.

Denn man kann nicht zurück,

und jede neue Situation ist ganz anders,

da hilft dann die alte Erfahrung nicht.

Stehst da und schaust mich noch an,

ja, ich gebe es zu,

ich habe auch hier nicht gefunden,

wonach ich gesucht habe,

aber ich kann auch nicht zurück.

Vielleicht suche ich noch mal einen neuen Weg,

und vielleicht frage ich dich vorher,

diesmal frage ich dich und gehe nicht einfach,

ob du ein Stück weit mitkommen magst.

Auf diesem Weg,

du darfst auch sagen, wenn du glaubst,

ich biege mal wieder falsch ab.

Komm einfach mit und dreh mich,

wenn du magst,

dreh mich –

in die andere Richtung.

Ändern.

Klar. Wir wissen alle nichts hält für immer.

Aber man denkt, mit zunehmendem Alter umso mehr, das die Dinge zählen.

Die Krisen, die man zusammen durchgestanden hat, all die guten und schlechten Momente, die man gemeinsam überstanden hat.

Man denkt, sie bedeuten etwas.

Nein.

Vielleicht nur, dass man damit doch irgendwie noch verbunden ist.

Aber Menschen ändern sich.

Wir haben uns gegenseitig die Hand gehalten, ich war für dich da, als du Hilfe gebraucht hast.

Und du für mich?

Jetzt würde ich dich gerne manchmal an deinen Haaren packen und sagen: “Sieh hin! Da sind wir!”

Während ich noch einmal Momente sehe, in denen wir zusammen gekämpft haben.

Wir haben zusammen gekämpft gegen die Ungerechtigkeit. Als du aufgeben wolltest, bin ich für dich in die Schlacht gezogen. Und du hinterher, weil du mich dann doch nicht alleine dort stehen lassen konntest.

Aber wir vergessen, dass Menschen sich ändern.

Menschen ändern sich.

Und leider, nicht alle zum Guten.

Einsam mit dir.

Sommer. Die volle Bahn.

Ich schwitze vor Angst, will dich nicht sehen.

Da war dieses Gefühl, dass ich weg von dir muss.

Manchmal wenn du so warst wie du bist,

wollte ich nicht mehr mit dir reden.

An einem anderen Tag, bin ich aufgewacht,

und du warst schon weg.

Mich zerfraß die Angst, du könntest nicht wieder kommen.

Dabei habe ich die Nacht zuvor, während du neben mir schliefst,

noch überlegt zu fliehen, weil ich mich so einsam fühlte mit dir.

Einmal da bin ich wirklich schon aufgebrochen,

in ein Leben ohne dich.

Da hast du mich festgehalten, in deine Arme genommen

und ich konnte und wollte da nie wieder weg.

Und ich weiß du hast mich oft gehasst,

so vieles an mir, hat dir nie wirklich gepasst.

Und obwohl es mir doch auch genauso ging,

bist du immer zurück gekehrt,

und ich hab das so gerne zugelassen.

Doch dann, unaufhaltsam, musste ich gehen,

meine Flucht war geplant, das hast du gewusst.

Trotzdem hast du versprochen,

dass wir uns wiedersehen.

Winter. In meiner kalten neuen Wohnung.

Jetzt wünsch ich mir, du wärest hier mit mir,

und wir könnten gemeinsam, ein wenig einsam sein.

Doch nun bist du der, der geflohen ist.

Der nicht mehr reden will,

dabei hab ich noch so viel zu sagen.

Zum Beispiel das es mit niemandem schöner ist,

einsam zu sein,

als mit dir.

Abgestellt

Und wenn es mir schlecht geht,

ruf ich noch immer deine Nummer an,

auch wenn ich weiß,

dass sie dein Telefon längst abgestellt haben,

und wenn dann die Frau am anderen Ende sagt,

dass die Nummer nicht vergeben ist,

hör ich nur den Piepton,

und bilde mir ein, es ist die Mailbox.

Und in Gedanken verloren,

spreche ich dir rauf und sage mir,

morgen rufst du mit Sicherheit zurück.

Ja, ich weiß, dieser Anruf kommt nie mehr,

aber es beruhigt mich manchmal, selten,

es mir nur vorzustellen,

es könnte doch so sein.

Es wär’ alles nur ein Albtraum und du stehst gleich vor mir,

so wie damals, immer lachend, immer froh,

und wenn wir mal verzweifelt waren,

zogen wir uns gegenseitig wieder hoch.

Und wenn ich dein Lachen doch zu sehr vermiss’,

dann mach ich mich auf den Weg,

zu deiner Wohnung – und drück die Klingel ganz fest.

Wenn du mir dann nicht öffnest,

denk ich nur, du bist nur kurz im Supermarkt,

und warte still vor deiner Tür.

Und wenn du dann wie immer jetzt, nicht kommst,

sag ich mir selbst, du bist bestimmt noch ausgegangen.

Manchmal doch, öffnet mir dieser andere Mann die Tür,

redet wild auf mich ein, doch ich hör nur was ich hören will:

Er ist verreist, kommt nächste Woche schon zurück.

Und ich geh nach Haus’ und warte dort auf dich.

Jetzt sitz ich hier und wähle diese Nummer,

die einst dir gehört’,

und ich hab Angst vor dem Tag,

an dem sie sie neu vergeben ist,

und mich am anderen Ende,

plötzlich jemand anderes begrüßt.