Quién soy yo?

He visto mi cara,

un millón de veces.

Pero en muchos días,

veía a otra persona.

En algunos días,

la chica hermosa,

a veces tan fea.

En otros días,

no me reconoció.

Y siempre me preguntaba:

Quién soy yo?

Todavía estoy buscando,

y cuándo veo mi cara,

cambio la pregunta:

Quién quiero ser?

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Red lights.

I still remember.
“Tell me the truth.”
Your car. You shiver.
The red lights.
They turn green.
Blowing horns.
Your face – so near.
You try to fib.
Red lights again.
Your very last words.
The truth.
Someone is screaming
that we have to drive.
Yesterday I dreamed about you.
Out of sudden.
All this is so far away.
In the past.
With the red lights.
You, touching me,
the very last time.
The lights turn green again.
And I open the door.
Goodbye.
Around me they scream and curse.
Can’t hear them.
Can’t see you,
’cause I don’t turn around.
My tears,
because in that moment I knew,
it was the very last time.
When I left you in your car.
At the red lights.

Trophäe

Ich war deine Trophäe,

so eine, die man in dieses Zimmer hängt,

dass nicht für jeden zugänglich ist,

weil man sie nicht teilen will.

Die an der Wand hängt,

oftmals unbeachtet,

und nur manchmal,

wenn die Nostalgie aufkommt,

die Erinnerung an diese besondere Jagd,

dann schaut man sie sich an,

zeigt sie ausgewählten Freunden.

Ja, ich bin noch immer deine Trophäe,

die nicht mehr gehen kann,

ein wilder Hirsch,

kann nachdem er erlegt wurde,

ja schließlich auch nicht in den Wald zurück.

Vielleicht ist mein Geweih zu schön,

als dass du mein Antlitz jemals von der Wand nehmen könntest,

doch erlegt ist erlegt,

und reicht nicht aus,

und jedes Mal, wenn meine Augen funkeln,

dort oben, an deiner Wand,

es so ausschaut, als wäre noch ein Hauch Leben in mir,

und es kurz so scheint,

als würdest du sie wieder jagen können,

die Trophäe,

dann willst du sie nicht ziehen lassen,

denn erlegt ist erlegt.

Sie bleibt was sie ist.

Eine Trophäe.

Glück

Danke.

Dass ihr mir schon sehr früh beigebracht habt,

was Glück n i c h t ist.

Glück ist nicht,

Geld zu haben, statt Liebe,

alle Möglichkeiten zu bekommen,

statt einmal Anerkennung.

Überall hin zu können,

ohne jemals eine Heimat zu haben.

Nur nach Leistung zu streben,

ohne eine einzige Umarmung.

Danke.

Dass ihr mir beigebracht habt,

was ich nicht möchte,

wonach ich niemals streben werde.

Danke.

Nein, kein Danke.

Dass ihr mich ziellos hinterlassen habt,

ohne ein Gefühl,

für die richtigen Entscheidungen,

um Glück zu finden.

Ich weiß nur eins,

Glück war nicht,

was ihr mir beigebracht habt,

ich weiß,

dass ich lieber ewig suche,

noch dreitausend Fehler mache,

wenn sie mir helfen zu finden,

was wichtiger ist als:

Geld,

Macht,

Leistung.

G l ü c k.

Ein bisschen habe ich schon,

allein durch die Erkenntnis.

Lügen

Wie du plötzlich bei uns am Tisch saßt,

und nur noch Augen für mich hattest.

Wie du dann über meine dummen Witze gelacht hast,

meine Hand hieltst,

mich am frühen Morgen geweckt hast und nur meintest,

dass du jetzt mit mir etwas unternehmen musst.

Als du zu Weihnachten in deine Heimat geflogen bist,

und mir jeden Tag mitgeteilt hast,

was du da so machst.

Wie du zurück kamst und mich unbedingt sehen wolltest.

Dann warst du da und hast mich nur angelächelt

und versucht mich zu einem gemeinsamen Urlaub zu überreden.

Wie wir beide betrunken durch die Straßen liefen

und so laut lachten, dass mir alles wehtat.

Wie du mich im Bett fest im Arm hieltst,

meinen Bauch geküsst hast und dann einschliefst.

Wie wir auf der Couch lagen, ich in deinem Arm,

und stundenlang zusammen Musik gehört haben.

Wie du mir all deine Arbeiten zuerst gezeigt hast,

weil dir meine Meinung so wichtig war.

Wie wir unsere Probleme geteilt haben,

und versucht haben den Anderen aufzumuntern.

Wie du neulich noch behauptest hast,

der Tag an dem wir uns trafen,

war so ein guter Tag.

Ich habe gedacht all das zählt.

Das ist Liebe.

Und Freundschaft.

Bedeutsam.

Wie ich an meinem letzten Tag mit dir in diesem Cafe saß.

Und du sagtest, wir zwei,

ja wir, werden uns wieder sehen.

Worte. Lügen.

Wir haben lange nicht gesprochen.

Nicht. Ein. Wort.

Für Bedeutsam ziemlich unbedeutend nun.

 

Spiegel

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Ich liebe dich nicht.

Ich meine – ich liebe so viele Sachen an dir,

die ich bei mir selbst nicht wieder finden kann.

Wie du Probleme angehst,

und dich von ihnen nicht einschüchtern lässt.

Wie du das Leben genießt,

und dich dabei von nichts aufhalten lässt.

Wie du noch immer kindisch sein kannst,

und es dir egal ist, was die Anderen sagen.

Ja.

Ich liebe dich nicht.

Denn ich liebe mich nicht,

wie ich bin.

Ich sehe in dir, was ich war,

was ich liebte.

An mir.

Und vielleicht.

Könnte ich dich lieben,

wenn ich wieder wäre,

was ich war,

was ich liebte.

An mir.

Und vielleicht.

Könntest du mich lieben,

wenn ich wieder wäre,

wer ich war,

weil ich es eigentlich immer noch bin.

Doch vielleicht könnte ich dann nicht.

Dich nicht lieben.

Weil ich wieder wäre,

so wie ich mich liebte.

Und dann brauche ich dich nicht,

um zu finden,

was ich vergessen habe.

In mir.

Die Liebe.

Für mich.

Am Ende ohne dich.

Januar 2014

Der Neid

Ich weiß.

Du hast so sehr gekämpft.

So sehr.

Und ich sollte mich freuen.

Für dein unendliches Glück.

Du hast dich so sehr gefreut.

Es mir als erstes erzählt.

Und seitdem.

Zerfrisst er mich.

Denn noch vor Kurzem,

da sah es so aus,

als bekäme ich all das auch,

so viel Glück.

Schon zerbrochen.

Und nun ist er hier.

Mit mir.

Er nagt an mir.

Macht mir ein schlechtes Gewissen.

Ich weiß.

Ich sollte mich freuen.

Für dich.

Doch er packt mich schon wieder.

Weil ich nicht haben kann,

was du gerade hast.

Und ja.

Ich hasse mich dafür.

Für dieses Gefühl.

Es ist wie es ist.

Beschissenes Timing.

Mein Glück ist geplatzt,

als deins gerade wuchs.

Und er will hier bleiben.

Versuche ihn zu bändigen.

Weil du es verdient hast.

Du hast so sehr gekämpft.