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Er sitzt am Strand. Seine Hände fühlen den weichen, fast weißen Sand. Sein Blick geht starr auf das Meer hinaus. 

Von außen betrachtet, wirkt sein Blick so verloren, ein wenig einsam, vielleicht gedankenverloren in Erinnerungen, die man nicht zurück holen kann. 

Langsam, mit Bedacht, aber seiner graziösen Bewegung, steht er auf. So wie er das immer macht. 

Man sieht ihm sein Alter nur an den Augen an, an dem weiten Blick, der soviel gesehen zu haben scheint. 

Sonst wirkt er auch heute noch jung, so wie immer. Und wenn er etwas verschmitzt grinst, wirkt er fast zu jung. So wie jetzt. Er grinst in sich selber hinein und man könnte meinen, er fand da doch noch eine, eine dieser verlorenen Erinnerung. 

Eine, an bessere Tage. 

Vorsichtig dreht er sich um und versucht sich zu orientieren. So wie er es immer macht mit Orten, die er nicht so gut kennt, dort, wo er nicht jeden Stein schon unter seinen Fußsohlen gespürt hat und ihm, danach beim zweiten oder dritten Male, einfach ausweichen kann. 

Er bahnt sich vorsichtig zurück seinen Weg. Dabei rempelt er aus Versehen einen jungen Mann an und kommt kurz ins Taumeln. 

Aber man spürt seine Verbindung zu seinem Körper, er fängt sich selbst wie eine Feder und weicht auf seine tänzelnde Art aus. 

Zurück, zu Haus angelangt, oder das, was nun sein zu Hause ist und auch einmal war, geht er mit federnden Schritten in die Küche. 

Hier kennt er jede Ecke. Hatte man ihm auch vorher kaum die Orientierungslosigkeit angesehen, hier spürt man sie endgültig nicht mehr. 

Er holt ein kleines Schneidebrett aus der Schublade und findet nach kurzem Absuchen mit der Hand über der Küchenzeile das Messer. 

Ein bisschen wie in Trance beginnt er das Gemüse zu zerkleinern, hier und da übersieht er ein bisschen Schale. 

Dabei grinst er noch immer so leicht verschmitzt. Aber schaut man genau hin, vermag man ein wenig Melancholie in diesem Grinsen zu sehen meinen. 

Heute ist es schon 6 Wochen her. 

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Ich gehe…

Video

Es ist komisch,

immer wollte ich hier weg,

und jetzt wo der Tag,

immer näher rückt,

sehe ich die Schönheit wieder,

dieser Stadt.

Mein Herz kann hier wieder lachen,

die Sonne scheint wieder in mein Gesicht,

so schön, so schrecklich schön,

das bist du,

geliebt, gehasste Heimatstadt.

Und plötzlich gibt es da auch Liebe,

die die bleibt,

und nicht so schnell verglüht,

die Tage laufen,

sie laufen mir davon,

doch jeder schöner,

immer besser.

Doch ich weiß,

ich muss gehen

und das Land verlassen,

denn diese Schönheit seh’ ich nur

im Gehen,

werd wieder kommen,

nur zu Besuch,

und hör dein Lachen,

du geliebt, gehasste,

Heimatstadt.

Dazu passend von Clueso:

Die Reisende.

Und plötzlich war da Nichts.

Den Boden unter meinen Füßen verloren,

eine unendliche Reise.

Nur in mir selbst.

Tagein, tagaus.

Immer weiter.

Doch weiß nicht wohin.

Suche die Heimat, den Ort der Bestimmung.

Nicht damit die Reise endet,

denn unsere Reisen enden nie,

aber damit sie ein Ziel hat,

an das man immer zurückkehren kann.

Dieser Ort, ist irgendwo,

versteckt, in mir selbst.

Und ich reise,

drehe mich im Kreis,

bis ich ihn finde,

und dort Luft schnappen kann.

An dem Ort wo man nach jeder Reise

ein bisschen Ruhe findet,

ein kleines Stück Glück,

ein Zuhause.

Doch noch suche ich die Tür.

Und bis ich sie finde,

reise ich weiter,

rastlos,

Tagein, Tagaus.

Generation Lost.

Wir sind frei.

Frei von Grenzen.

Spare genug Geld,

und du kannst nahezu überall hin.

Wir reisen,

und verhungern,

an unserer Sucht,

nach unendlichen Weiten,

neuen Abenteuern.

Wir sind so verloren,

in einer Welt mit kaum Grenzen,

wo wir keine Heimat finden,

weil es uns stetig weiter treibt.

Manchmal, da nenne ich es Freiheit

und manchmal Gefängnis,

ab und an wenn das Fernweh,

mich wieder mal packt,

hoffe ich ganz heimlich und leise,

das am nächsten Ort,

die Reise ein Ende findet,

ein endgültiges Ziel.