Zweifel

Ich habe jedem schon von meinem Glück erzählt,

ich schreie es jedem gerne ins Gesicht.

Ich werde nie müde zu betonen,

wie sehr mich meine Zukunft jetzt schon erfüllt.

Aber meine Zweifel, die behalte ich meist für mich.

Nachts, wenn ich wieder nicht schlafen kann,

kriechen sie an den Wänden herauf,

nähern sich mir unaufhörlich,

umschlingen mich, halten sich an mir fest,

und ich kann mich nicht einmal unter meiner Decke verstecken.

Wenn ich dann manchmal doch den Mut aufbringe,

Jemanden von meinen Verfolgern zu erzählen,

glaubt man mir nicht,

“Alles halb so schlimm, du bist stark,

keine Angst, wenn es Eine schafft, dann du”.

Und so versuche ich jede Nacht alleine zu überstehen,

weiterzumachen, bis zum Morgen durchzuhalten,

dusche den Angstschweiß im Morgengrauen ab,

Strecke mich, erhebe mein Haupt und geh weiter,

erzähle Jedem heute wieder von meinem Glück.

Ja tagsüber vergesse ich sie,

die Zweifel, die sich von meiner Schlaflosigkeit nähren,

mich umzingeln und an mir zerren,

und ich halte es aus und erwarte den Tag,

an dem sie mehr Respekt vor mir haben,

als ich vor ihnen.

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