Zweifel

Ich habe jedem schon von meinem Glück erzählt,

ich schreie es jedem gerne ins Gesicht.

Ich werde nie müde zu betonen,

wie sehr mich meine Zukunft jetzt schon erfüllt.

Aber meine Zweifel, die behalte ich meist für mich.

Nachts, wenn ich wieder nicht schlafen kann,

kriechen sie an den Wänden herauf,

nähern sich mir unaufhörlich,

umschlingen mich, halten sich an mir fest,

und ich kann mich nicht einmal unter meiner Decke verstecken.

Wenn ich dann manchmal doch den Mut aufbringe,

Jemanden von meinen Verfolgern zu erzählen,

glaubt man mir nicht,

“Alles halb so schlimm, du bist stark,

keine Angst, wenn es Eine schafft, dann du”.

Und so versuche ich jede Nacht alleine zu überstehen,

weiterzumachen, bis zum Morgen durchzuhalten,

dusche den Angstschweiß im Morgengrauen ab,

Strecke mich, erhebe mein Haupt und geh weiter,

erzähle Jedem heute wieder von meinem Glück.

Ja tagsüber vergesse ich sie,

die Zweifel, die sich von meiner Schlaflosigkeit nähren,

mich umzingeln und an mir zerren,

und ich halte es aus und erwarte den Tag,

an dem sie mehr Respekt vor mir haben,

als ich vor ihnen.

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Abgestellt

Und wenn es mir schlecht geht,

ruf ich noch immer deine Nummer an,

auch wenn ich weiß,

dass sie dein Telefon längst abgestellt haben,

und wenn dann die Frau am anderen Ende sagt,

dass die Nummer nicht vergeben ist,

hör ich nur den Piepton,

und bilde mir ein, es ist die Mailbox.

Und in Gedanken verloren,

spreche ich dir rauf und sage mir,

morgen rufst du mit Sicherheit zurück.

Ja, ich weiß, dieser Anruf kommt nie mehr,

aber es beruhigt mich manchmal, selten,

es mir nur vorzustellen,

es könnte doch so sein.

Es wär’ alles nur ein Albtraum und du stehst gleich vor mir,

so wie damals, immer lachend, immer froh,

und wenn wir mal verzweifelt waren,

zogen wir uns gegenseitig wieder hoch.

Und wenn ich dein Lachen doch zu sehr vermiss’,

dann mach ich mich auf den Weg,

zu deiner Wohnung – und drück die Klingel ganz fest.

Wenn du mir dann nicht öffnest,

denk ich nur, du bist nur kurz im Supermarkt,

und warte still vor deiner Tür.

Und wenn du dann wie immer jetzt, nicht kommst,

sag ich mir selbst, du bist bestimmt noch ausgegangen.

Manchmal doch, öffnet mir dieser andere Mann die Tür,

redet wild auf mich ein, doch ich hör nur was ich hören will:

Er ist verreist, kommt nächste Woche schon zurück.

Und ich geh nach Haus’ und warte dort auf dich.

Jetzt sitz ich hier und wähle diese Nummer,

die einst dir gehört’,

und ich hab Angst vor dem Tag,

an dem sie sie neu vergeben ist,

und mich am anderen Ende,

plötzlich jemand anderes begrüßt.

Fehler

Fehler.
Sie sagen: “Du willst das nicht noch mal.”
Es ist ein Fehler.
Doch Fehler sind doch manchmal da,
um wiederholt zu werden.
Besonders wenn sie sich so richtig anfühlen.
Sie sagen: “Aus Fehlern soll man lernen.”
Ich lerne jedes Mal.
Beim selben Fehler.
Wiederholungsanzahl: So lange es noch geht.
So lange ich es aushalten kann.
Denn falsch fühlt sich so perfekt an.
Manchmal ist ein Fehler ein Genuss.
Und wenn ich kann,
dann werde ich ihn wieder begehen.
Denn solange es ein Fehler bleibt,
bilde ich mir ein,
jederzeit die Einsicht finden zu können.
Das es ein Fehler war, ist und bleibt.
Ein Fehler voller Zuversicht.

El monstruo.

Te conozco muy bien,

sí, yo sé que tu quieres,

estas en mis sueños,

en mis pensamientos

a veces.

Quieres robar mi felicidad

y mi autoconfianza.

Quieres confundirme,

quieres que pierdo mi camino.

Alimentas mis dudas.

Pero no.

No permito esto.

Pues, sí,

a veces me confundes,

un segundo,

pero no,

nada más.

Eres el monstruo,

pero no te dejo libre.

Das Leben ist kein Film

Und heute bin ich aufgewacht,

so ganz allein und ohne dich,

die Sonnenstrahlen im Gesicht,

fühlte ich mich frei.

Du weißt noch nicht,

was ich schon weiß,

ich bin so viel besser ohne dich.

Jedes Mal, wenn ich zu dir fahre,

fühl’ ich mich schon eingeengt,

warte nur darauf,

das die Luft zwischen uns –

wieder zu knapp wird,

und dann explodiert.

Nur weil etwas wie im Film begann,

gibt es noch längst kein Happy End.

Und zwei, drei gute Momente reichen nicht,

um den Rest zu leugnen.

Wir passen nicht,

was du suchst,

das bin ich nicht,

und will ich niemals sein.

Ich gehe…

Video

Es ist komisch,

immer wollte ich hier weg,

und jetzt wo der Tag,

immer näher rückt,

sehe ich die Schönheit wieder,

dieser Stadt.

Mein Herz kann hier wieder lachen,

die Sonne scheint wieder in mein Gesicht,

so schön, so schrecklich schön,

das bist du,

geliebt, gehasste Heimatstadt.

Und plötzlich gibt es da auch Liebe,

die die bleibt,

und nicht so schnell verglüht,

die Tage laufen,

sie laufen mir davon,

doch jeder schöner,

immer besser.

Doch ich weiß,

ich muss gehen

und das Land verlassen,

denn diese Schönheit seh’ ich nur

im Gehen,

werd wieder kommen,

nur zu Besuch,

und hör dein Lachen,

du geliebt, gehasste,

Heimatstadt.

Dazu passend von Clueso: