Spiegel

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Ich liebe dich nicht.

Ich meine – ich liebe so viele Sachen an dir,

die ich bei mir selbst nicht wieder finden kann.

Wie du Probleme angehst,

und dich von ihnen nicht einschüchtern lässt.

Wie du das Leben genießt,

und dich dabei von nichts aufhalten lässt.

Wie du noch immer kindisch sein kannst,

und es dir egal ist, was die Anderen sagen.

Ja.

Ich liebe dich nicht.

Denn ich liebe mich nicht,

wie ich bin.

Ich sehe in dir, was ich war,

was ich liebte.

An mir.

Und vielleicht.

Könnte ich dich lieben,

wenn ich wieder wäre,

was ich war,

was ich liebte.

An mir.

Und vielleicht.

Könntest du mich lieben,

wenn ich wieder wäre,

wer ich war,

weil ich es eigentlich immer noch bin.

Doch vielleicht könnte ich dann nicht.

Dich nicht lieben.

Weil ich wieder wäre,

so wie ich mich liebte.

Und dann brauche ich dich nicht,

um zu finden,

was ich vergessen habe.

In mir.

Die Liebe.

Für mich.

Am Ende ohne dich.

Januar 2014

Der Neid

Ich weiß.

Du hast so sehr gekämpft.

So sehr.

Und ich sollte mich freuen.

Für dein unendliches Glück.

Du hast dich so sehr gefreut.

Es mir als erstes erzählt.

Und seitdem.

Zerfrisst er mich.

Denn noch vor Kurzem,

da sah es so aus,

als bekäme ich all das auch,

so viel Glück.

Schon zerbrochen.

Und nun ist er hier.

Mit mir.

Er nagt an mir.

Macht mir ein schlechtes Gewissen.

Ich weiß.

Ich sollte mich freuen.

Für dich.

Doch er packt mich schon wieder.

Weil ich nicht haben kann,

was du gerade hast.

Und ja.

Ich hasse mich dafür.

Für dieses Gefühl.

Es ist wie es ist.

Beschissenes Timing.

Mein Glück ist geplatzt,

als deins gerade wuchs.

Und er will hier bleiben.

Versuche ihn zu bändigen.

Weil du es verdient hast.

Du hast so sehr gekämpft.