Berlin

Zeit für eine Aufzählung:

Vermisse es mittags aus einem Club zu stolpern und die Sonne zu verfluchen, 

die mir so widerlich ins Gesicht scheint, obwohl ich doch nur schlafen möchte.

Vermisse die Menschen in den öffentlichen Verkehrsmitteln, die jeden böse anschauen,

weil eigentlich jeder ständig schlechte Laune hat.

Vermisse es, in die S-Bahn zu steigen mit Adrenalin im Blut –

und mit purem Egoismus mir noch einen Sitzplatz zu sichern.

Vermisse meine Arbeit und das Publikum, dass mich so nervt,

weil sie ihre Getränkebestellung dreimal ändern,

nachdem ich das Bier schon gezapft habe.

Vermisse Diskussionen mit total zugedröhnten Menschen,

die überhaupt keinen Sinn machen und nirgendwo hinführen.

Vermisse den Trubel, in viel zu großen Einkaufszentren,

der mich total aggressiv macht.

Vermisse es, morgens am Bahnsteig zu stehen –

und die Bahn kommt mal wieder nicht.

Vermisse es, mich über die Stadt aufzuregen,

da sie mir angeblich doch nur Unglück bringt.

Vermisse es der Sucht zu folgen,

ich könnte jeden Tag etwas besseres finden,

nur weil das jeder dort so macht.

Vermisse es nächtelang in verqualmten Kneipen zu sitzen,

mit den Menschen, die mir am nächsten stehen,

und stundenlang zu schimpfen,

auf alle die Dinge,

die ich nun vermisse.

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