Thinking. Existing.

“My thought is me: that’s why I can’t stop. I exist because I think … and I can’t stop myself from thinking. At this very moment—it’s frightful—if I exist, it is because I am horrified at existing. I am the one who pulls myself from the nothingness to which I aspire: the hatred, the disgust of existing, there are as many ways to make myself exist, to thrust myself into existence. Thoughts are born at the back of me, like sudden giddiness, I feel them being born behind my head … if I yield, they’re going to come round in front of me, between my eyes— and I always yield, the thought grows and grows and there it is, immense, filling me completely and renewing my existence.”
Jean-Paul Sartre

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Berlin

Zeit für eine Aufzählung:

Vermisse es mittags aus einem Club zu stolpern und die Sonne zu verfluchen, 

die mir so widerlich ins Gesicht scheint, obwohl ich doch nur schlafen möchte.

Vermisse die Menschen in den öffentlichen Verkehrsmitteln, die jeden böse anschauen,

weil eigentlich jeder ständig schlechte Laune hat.

Vermisse es, in die S-Bahn zu steigen mit Adrenalin im Blut –

und mit purem Egoismus mir noch einen Sitzplatz zu sichern.

Vermisse meine Arbeit und das Publikum, dass mich so nervt,

weil sie ihre Getränkebestellung dreimal ändern,

nachdem ich das Bier schon gezapft habe.

Vermisse Diskussionen mit total zugedröhnten Menschen,

die überhaupt keinen Sinn machen und nirgendwo hinführen.

Vermisse den Trubel, in viel zu großen Einkaufszentren,

der mich total aggressiv macht.

Vermisse es, morgens am Bahnsteig zu stehen –

und die Bahn kommt mal wieder nicht.

Vermisse es, mich über die Stadt aufzuregen,

da sie mir angeblich doch nur Unglück bringt.

Vermisse es der Sucht zu folgen,

ich könnte jeden Tag etwas besseres finden,

nur weil das jeder dort so macht.

Vermisse es nächtelang in verqualmten Kneipen zu sitzen,

mit den Menschen, die mir am nächsten stehen,

und stundenlang zu schimpfen,

auf alle die Dinge,

die ich nun vermisse.

Elefant

Du hast es gesagt.

Und sie sind hier. Im Raum.

Mit uns.

Diese Wörter. Mit Dornen.

Hast es wahrscheinlich schon bereut.

Sie je ausgesprochen zu haben.

Doch sie sind hier. In meinem Kopf.

In meinem Herz.

Und in deinem.

So laut. Sie schreien uns an.

Wie ein Sturm.

Indem wir uns nicht mehr verstehen können.

Es waren doch nur Worte.

Phrasen. Leere Hülsen.

Doch sie –

diese Worte –

stehen genau hier. Zwischen uns.

Wie eine Mauer.

Ich greife nach einem Stein…

“Würdest du mir helfen?”

Alive

I was writing like the devil,

’till the paper nearly burned my hand.

I was painting like a lunatic,

’till there was no color left.

I was singing like it would be the last time,

’till I nearly lost my voice.

I was playing the violin like I would be obsessed,

’till I nearly broke the bow.

I was acting like a demoniac,

’till the stage was nearly broken.